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Hannes Kunz
Hannes Kunz ist Gründer und Präsident des IIER. Er schreibt und spricht regelmäßig darüber, wie sich die Welt auf dem Weg ins 21. Jahrhundert schneller verändert, als wir folgen können.
Blog

energy&stuff - oder: wie wir im 21. Jahrhundert ankommen...

After 10 years of mostly scientific work on understanding our human ecosystem, energy&stuff is IIERinfo-icon's first public outreach project. Given the very negative societal dynamics observed around the world, with hate and blame on the rise, we consider it relevant to instill a sense of reality into the discussion, hopefully supporting a different and more constructive dialogue moving forward.

Im Verlauf der letzten zehn Jahre hat sich die Welt, wie wir sie zu verstehen glaubten, stark verändert. Viele Menschen haben Zukunftsängste, können diese aber nicht an irgendetwas Konkretem festmachen, das mit ihrem Bauchgefühl in Einklang steht. Das Ergebnis ist eine weitverbreitete Unsicherheit, oft verbunden mit dem Wunsch, jemandem die Schuld zuzuschieben. Wenn wir die Errungenschaften des 20. Jahrhunderts bewahren und neue realistische, lebbare und friedliche Wege ins 21. Jahrhundert finden wollen, müssen wir verstehen, wie unser Wirtschaftssystem wirklich funktioniert. Dies korrekt zu beschreiben war das Hauptziel von IIERinfo-icon während der vergangenen Jahre.

Auf dem Weg zur "Großen Vereinfachung"

Unsere Forschungsergebnisse sind eindeutig: Die Menschheit befindet sich gerade am Höhepunkt ihrer wirtschaftlichen Entwicklung, die inzwischen fast 7,5 Milliarden Menschen reicher als die meisten ihrer Vorfahren gemacht hat. Von den Wirtschaftswissenschaften unbemerkt und auch sonst im öffentlichen Diskurs kaum präsent ist die Tatsache, dass diese Entwicklung nicht primär das Produkt menschlicher Intelligenz und Innovationskraft ist, sondern das direkte Produkt unseres Zugriffs auf riesige Reservoirs an fossiler (solarer) Energie, die in Form von Erdöl, Erdgas und Kohle während etwa 500 Millionen Jahren gespeichert wurde, um von uns innerhalb von weniger als drei Jahrhunderten wieder verbrannt zu werden.

Obschon wir nur für ihre Förderung bezahlen, und die Kosten ihrer Erzeugung und die meisten daraus entstehenden Umweltschäden nicht bezahlen müssen, ist die Förderung fossiler Energie und anderer Ressourcen schon heute zu teuer, um unsere komplexen Industriegesellschaften aufrechtzuerhalten. Noch können wir diese Realität mit weltweit schnell wachsenden Schulden zu rekordtiefen Zinssätzen übertünchen, um den Preis weiteren, oft unnötigen Ressourcenverbrauchs. Es ist aber nur eine Frage der Zeit, bis diese Hilfskonstrukte nicht mehr funktionieren und wir gezwungen sind, unsere zu komplex gewordene Welt wieder einfacher und erschwinglicher zu gestalten. Das Gute daran ist, dass: wir dabei nicht unbedingt auf Lebensqualität verzichten müssen, aber die reichsten 1-2 Milliarden Menschen werden nicht umhinkommen, ihren Energie- und Ressourcenverbrauch erheblich zu senken und damit weniger zu konsumieren. Dies ist nota bene keine freiwillige Entscheidung, sondern die notwendige Konsequenz aus zukünftiger Ressourcenverfügbarkeit und -kosten.

Wir haben die Wahl: Die Realität ignorieren oder die Zukunft positiv gestalten

Die Mehrheit derjenigen Menschen, die sich aktiv für eine bessere Zukunft engagieren, sei dies in NGOs, Unternehmen, Regierungen oder anderen Organisationen, gehen von weiter wachsendem Wohlstand aus. Wir wollen nicht hören, dass wir mit hoher Wahrscheinlichkeit zukünftig weniger materielle Güter und weniger Einkommen haben werden. Wenn wir von "Grenzen" hören, reagieren wir entweder mit grundsätzlicher Abwehr, oft genährt vom Irrglauben, dass neue Technologien und menschlicher Erfindergeist unsere Wachstums-, Ressourcen- und Umweltprobleme schon irgendwie lösen werden, oder dann mit Verzweiflung oder Fatalismus, weil man ja "sowieso nichts tun kann". Diese beiden Extreme haben Eines gemeinsam: sie entbinden uns unserer persönlichen Verantwortung, bei der Lösung des Problems mit anzupacken.

Das Resultat dieser - durchaus menschlichen - Verhaltensweisen: es gibt nur sehr wenige Aktivitäten weltweit, die sich ernsthaft mit den spezifischen Problemen der kommenden Jahrzehnte befassen. Wir benötigen dringend mehr Menschen in der Mitte zwischen den beiden Polen - Menschen, die sich über die realistischen Zukunftsszenarien im Klaren sind, die wissen, dass eine schrumpfende Wirtschaft zwar unangenehm wäre, aber keine Katastrophe darstellen muss, und die sich in Projekten engagieren, die uns vom stetigen Wachstum und Konsum wegführen zu einer Welt, in der wir vielleicht weniger Ressourcen und materiellen Wohlstand haben, aber dafür eine höhere Lebensqualität als heute.

Unser Ziel: Die Zahl der Menschen vergrößern, die die wirtschaftliche Zukunft verstehen


Photograph by Teddy Kelley

Vor diesem Hintergrund ist die Zielsetzung von energy&stuff eine klare: Wir möchten auf wissenschaftlicher Basis die Möglichkeiten (und Einschränkungen) der Zukunft erklären, indem wir ein integriertes Bild aller relevanten Bestandteile vermitteln. Damit möchten wir auch klarstellen, dass es keine spezifisich Schuldigen an der heutigen Situation gibt, dass es keine "einfachen" Auswege gibt und dass aber dennoch in diesen Grenzen eine positive Zukunft gestaltbar ist.

Drei Schlüsselelemente

Diese Zielsetzung möchten wir über drei Elemente erreichen:

  • Die realistische Darstellung der heutigen Situation, in der Energie- und Ressourcenverfügbarkeit relevant werden, was zu schrumpfenden Wirtschaftsleistungen führen wird, ganz unabhängig davon, ob wir fossile oder mehr erneuerbare Energien einsetzen;
  • Erklärungen dazu, wie dies unser Leben beeinflussen wird und die Definition einer konstruktiven Sichtweise auf eine weniger konsumorientierte Lebensweise;
  • Die Entwicklung eines offenen gesellschaftlichen Diskurses zur Entwicklung einer positiven Zukunftsperspektive, die ohne Konflikte und soziale Spannungen auskommt;

Im Endeffekt möchten wir unseren Lesern möglichst umfassende Informationen über die Welt, in der wir heute leben, vermitteln, in der Hoffnung, dass dies ihnen die richtigen Entscheidungen für ihr eigenes Leben und die Gesellschaft, in der sie sich bewegen, ermöglicht. Wir hoffen weiter, dass die Besucher unserer Website den dringend notwendigen Dialog über diese Realität und unsere gemeinsame Zukunft in die Welt hinaustragen.

Wo anfangen?

Am einfachsten bekommt man einen Einstieg durch das Lesen unserer Titelgeschichte (aktuell in Englisch verfügbar), die einen guten Überblick über die Entwicklungen des 20. und 21. Jahrhunderts sowie über die möglichen Zukunftsszenarien bietet. Da es sich um eine Zusammenfassung handelt, enthält diese nicht alle Quellen und Begründungen für jemanden, der sich zum ersten Mal mit dem Thema befasst - aber dafür Links zu zusätzlichen Artikeln mit vertiefenden Informationen und Referenzen, welche die Zusammenfassung untermauern. Die Titelgeschichte ist ebenfalls als Hörbuch verfügbar und wird durch Videos ergänzt.

Verstehen, wie Energieverfügbarkeit unsere Innovationskraft beeinflusst

Die vielen ergänzenden Artikel, die nach und nach unsere Seite ergänzen, befassen sich mit verschiedenen Themen. Zuallererst wenden wir uns aber der Zukunft unserer Energieversorgung zu. Das größte Problem der heutigen Zeit, das uns davon abhält, über Veränderungen unserer Wirtschaft und Gesellschaft nachzudenken, ist dass wir uns immer wieder selbst einreden, dass wir rechtzeitig neue Energiequellen oder Effizienzgewinne finden werden, die den langsamen Wegfall der einmaligen Vorteile fossiler Brennstoffe kompensieren kann - und uns so ermöglicht, die wirtschaftliche Erfolgsgeschichte des 20. Jahrhunderts fortzuschreiben. Es gibt genügend wissenschaftliche Erkenntnisse dafür, dass dies höchst unwahrscheinlich ist, unabhängig davon, ob wir weiter vom Verbrauch immer schwieriger zu fördernden fossilen Brennstoffen oder einer Rückkehr zu erneuerbaren Energien ausgehen: es läuft eindeutig auf einen Rückgang der wirtschaftlichen Leistungskraft der meisten Industriestaaten hinaus.

Energie und Ressourcengrenzen mit der Wirtschaft verknüpfen

Dies bringt uns zur Wirtschaftslage. Wir müssen verstehen, dass wir im wahrsten Sinne des Wortes unsere Zukunft ausborgen. Mit schnell wachsenden Schuldenbergen zu Mini-Zinssätzen finanzieren wir immer mehr minimal produktiven Verbrauch knapper Ressourcen, die ansonsten unseren Kindern und Enkeln in Zukunft zur Verfügung stehen würden. Stattdessen bauen und konsumieren wir immer mehr, in der Erwartung, dass alles so weitergehen wird wie bisher. Diese Investitionen und der Konsum generieren zwar kurzfristig mehr Bruttoinlandprodukt, dessen Wachstum bereits heute die meisten Leute nicht mehr erreicht, während wir die Verfügbarkeit wirtschaftlich förderbarer Ressourcen weiter reduzieren. Im Übrigen zerstört der aktuelle Ansatz die Einkommensgrundlage vieler Menschen: wenn Geld fast kostenlos zu erhalten ist, wird es für mehr und mehr Bereiche rentabel, Menschen durch Roboter zu ersetzen.

Den Zusammenhang mit unserem Verhalten herstellen

Als letztes geht es um den Kontext mit dem menschlichen Verhalten. Wir erklären, wie Konsum um des Konsums willen zustandekommt, auch wenn wir eigentlich wissen, dass "weniger" oft "mehr" ist, wenn es um den Ressourcenverbrauch geht. Wir zeigen auch auf, dass gegenwärtig ein großes Risiko besteht, dass Konflikte und Missverständnisse aus der bereits stagnierenden Wirtschaftsleistung entstehen, und versuchen alternative Pfade aufzuzeigen, wie unsere Gesellschaften zusammenstehen und Lösungen für die Zukunft finden können.

Bitte helfen Sie mit, die Zukunft zu verändern

Uns ist klar, dass dies keine Geschichte ist, zu der man sich angenehm im Sessel zurücklehnen kann. Aber wir sind keine PR-Strategen oder Politiker, sondern lediglich Analysten, die eine dringende Auslegeordnung vorlegen und hoffen, dass möglichst viele Menschen darauf reagieren und handeln. Die meisten Menschen werden diese Information zur Seite legen und auf ein Wunder hoffen, oder dass sich jemand anders mit dem Problem befasst. Wenn alle so reagieren, werden die Hürden in Zukunft immer höher werden. Es braucht viel mehr Menschen, die unsere Gedanken aufgreifen und, sofern sie nach sorgfältiger Analyse zu ähnlichen Schlüssen wie wir gelangen, Risiken und Chancen erkennen und zu handeln beginnen.

Bitte helfen Sie mit, dies alles zu ermöglichen - die Menschheit hat wahrscheinlich nur einen Versuch, den Übergang ins 21. Jahrhundert richtig hinzubekommen. Heute haben wir noch genügend Ressourcen, Technologie und engagierte Menschen, um den richtigen Pfad für eine gute Zukunft zu wählen. Leider sind wir gerade auf dem komplett falschen Pfad. Wir brauchen dringendst Menschen, die erkennen, dass Glück und eine lebbare Umwelt nicht davon abhängen, so viele Ressourcen wie heute zu konsumieren. Diese Menschen müssen sich begegnen, und mehr und mehr werden, um die Welt zu verändern.

Bitte fragen sie uns, zeigen anderen Menschen unsere Website, und helfen Sie uns mit einer Spende. Vielen Dank.

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